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Braunschweig darf nicht am Ring enden – Außenbezirke bei Sicherheit und Graffiti-Bekämpfung nicht länger vernachlässigen

Braunschweig, 14. April 2026 – Die jüngsten Äußerungen von Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum zu mehr Sicherheit und einem konsequenteren Vorgehen gegen Graffiti greifen aus Sicht der CDU-Fraktionen in den Stadtbezirksräten 111 und 112 deutlich zu kurz. Der öffentliche Fokus des Oberbürgermeisters liegt nahezu ausschließlich auf der Innenstadt und den Ringgebieten. Die Außenbezirke Braunschweigs geraten dabei einmal mehr aus dem Blick.

Wer in Pressemitteilungen, öffentlichen Auftritten und Maßnahmenpaketen fast nur über Sicherheitslagen in der Innenstadt spricht, vermittelt den Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen außerhalb des Zentrums zwangsläufig den Eindruck, dass ihre Probleme von geringerer Bedeutung sind. Gerade das ist nicht hinnehmbar.

Besonders deutlich wird diese Schieflage auch in der Wortwahl des Oberbürgermeisters selbst. Wenn er die Innenstadt als „Wohnzimmer“ und „Herzkammer unserer Stadt“ beschreibt, zeigt das zwar seine politische Prioritätensetzung – es wirft aber zugleich die berechtigte Frage auf, welchen Stellenwert dann die übrigen Stadtteile für ihn haben. Braunschweig besteht nicht nur aus City, Bohlweg und Ringgebiet, sondern auch aus den vielen Stadtteilen, in denen ein großer Teil der Menschen lebt und ihren Alltag verbringt.

Dabei sprechen auch die Zahlen eine klare Sprache: In den Stadtbezirken 111 und 112 leben zusammen 31.567 Menschen – und damit sogar 3.743 mehr als im Stadtbezirk Mitte. Insgesamt lebt rund zwei Drittel der Braunschweiger Bevölkerung außerhalb von Mitte sowie westlichem und östlichem Ringgebiet. Dennoch konzentriert sich die öffentliche Debatte über Sicherheit, Ordnung und Graffiti-Bekämpfung fast ausschließlich auf die Innenstadtlagen.

Hinzu kommt, dass Probleme in den Außenbereichen längst dokumentiert sind. So wurde bereits im Stadtbezirk 111 eine zunehmende Belastung durch Graffiti, Schmierereien und einschlägige Aufkleber thematisiert. Wenn zugleich personelle Engpässe bei der Beseitigung solcher Missstände eingeräumt werden und Maßnahmen nur nach Priorität erfolgen, entsteht in den Außenbezirken zwangsläufig der Eindruck, dass sie gegenüber der Innenstadt zurückstehen müssen.

Dazu erklärt Dr. Volker Garbe, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtbezirksrat 111:

„Sicherheit, Sauberkeit und ein entschiedenes Vorgehen gegen Graffiti dürfen nicht am Bohlweg beginnen und an den Grenzen der Innenstadt enden. Die Bürgerinnen und Bürger in Hondelage, Volkmarode und den umliegenden Stadtteilen haben denselben Anspruch auf Ordnung, Präsenz und schnelle Reaktion wie die Menschen in der City. Wer nur auf die Innenstadt schaut, verkennt die Realität vor Ort.“

Thorsten Wendt, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtbezirksrat 112, ergänzt:

„Braunschweig darf politisch nicht am Ring enden. Gerade in den Außenbezirken erwarten die Menschen zu Recht, dass ihre Anliegen genauso ernst genommen werden wie in der Innenstadt. Es kann nicht sein, dass öffentliche Aufmerksamkeit, zusätzliche Kräfte und sicherheitspolitische Symbolik fast ausschließlich dorthin gelenkt werden, wo sie besonders sichtbar sind – während die Stadtteile außerhalb des Zentrums das Nachsehen haben.“

Die CDU-Fraktionen in den Stadtbezirksräten 111 und 112 fordern deshalb einen klaren, stadtweiten Maßnahmenplan für mehr Sicherheit und gegen Graffiti. Dazu gehören eine gerechtere Verteilung personeller Ressourcen, transparente Einsatzschwerpunkte des Zentralen Ordnungsdienstes, verlässliche Reaktionszeiten bei Meldungen aus den Außenbezirken und eine politische Kommunikation, die alle Teile Braunschweigs gleichermaßen im Blick hat.

Braunschweig ist mehr als seine Innenstadt. Wer Verantwortung für die ganze Stadt trägt, muss auch die ganze Stadt im Blick haben.

Beispielfoto:

Vor über einem Jahr gemeldet und immer noch nicht entfernt:

Unter anderem politisch motivierte Schmierereien und Verunreinigungen auf dem Jugendplatz Holzmoor. Fotograf: Thorsten Wendt