• Fr.. Juli 10th, 2026

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Braunschweig

Die Fraktionen von CDU, BIBS und FDP im Stadtbezirksrat Wabe-Schunter-Beberbach verlangen von der Stadtverwaltung Aufklärung über eine offenbar erfolgte Kürzung der vom Stadtbezirksrat beschlossenen Zuwendungen für die Ortsbüchereien.
Der Stadtbezirksrat hatte am 22. April 2026 einstimmig beschlossen, den Ortsbüchereien im Stadtbezirk insgesamt 4.900 Euro aus bezirklichen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Nach Rückmeldungen aus den Büchereien sollen die tatsächlich ausgezahlten Beträge jedoch um zehn Prozent gekürzt worden sein. Weder die Büchereien noch der Stadtbezirksrat wurden über die Hintergründe informiert.
Sollte sich dieser Sachverhalt bestätigen, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie kann es sein, dass die Stadt trotz angespannter Haushaltslage Millionenprojekte in der Innenstadt gegen erhebliche finanzielle Bedenken weiterverfolgt, gleichzeitig aber bei vergleichsweise geringen Beträgen für wohnortnahe Bildung und ehrenamtliches Engagement den Rotstift ansetzt – und dies offenbar ohne den Stadtbezirksrat zu informieren?
Die Ortsbüchereien werden in hohem Maße von ehrenamtlichem Engagement getragen. Sie sind weit mehr als Ausleihstellen für Bücher. Sie fördern Lesekompetenz, schaffen niedrigschwellige Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene und sind wichtige Treffpunkte in den Ortschaften. Gerade in den kleineren Stadtteilen leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Bildung, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zum kulturellen Leben.
Aus Sicht von CDU, BIBS und FDP sendet eine Kürzung in diesem Bereich das falsche Signal. Wer den Wert des Ehrenamts regelmäßig betont, muss dieses auch verlässlich unterstützen. Beschlüsse des demokratisch gewählten Stadtbezirksrats dürfen zudem nicht ohne nachvollziehbare Begründung oder Information verändert werden.
Mit ihrer Anfrage wollen die Fraktionen klären, ob die beschlossenen 4.900 Euro vollständig ausgezahlt wurden, aus welchem Grund es gegebenenfalls zu einer Kürzung gekommen ist und warum der Stadtbezirksrat hierüber nicht informiert wurde.