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Braunschweig

Pressemitteilung: Für einen respektvollen Umgang mit unserem öffentlichen Raum

Containerstation am Friedhof Waggum: Handlungsbedarf erkannt, Verantwortung liegt bei uns allen

Der Zustand der Containerstation gegenüber dem Friedhof in Waggum sorgt seit längerer Zeit für Unmut bei Anwohnerinnen und Anwohnern sowie bei Besucherinnen und Besuchern des Friedhofs. Wiederkehrende Vermüllung, unsachgemäße Müllablagerungen und überfüllte Container beeinträchtigen nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Würde eines sensiblen Ortes, an dem Menschen ihrer Verstorbenen gedenken.
Vor diesem Hintergrund haben wir (FDP, CDU und BIBS) eine offizielle Anfrage an die Stadt gerichtet, um auf die Situation aufmerksam zu machen und konkrete Lösungen einzufordern. Ziel ist es ausdrücklich nicht, den Standort infrage zu stellen, sondern gemeinsam mit der Verwaltung und den zuständigen Entsorgungsunternehmen ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das die zunehmende Vermüllung nachhaltig eindämmt. Eine stetige Erhöhung von Reinigungs- und Leerungsintervallen allein kann keine dauerhafte Antwort sein.
Gleichzeitig richtet sich diese Initiative bewusst auch an die Bürgerinnen und Bürger selbst. Die aktuellen Zustände sind nicht allein organisatorische Probleme, sie sind vor allem Ausdruck eines veränderten Umgangs mit dem öffentlichen Raum. Wenn Müll neben volle Container gestellt, Elektroschrott illegal entsorgt oder Sperrmüll einfach abgeladen wird, entsteht der Schaden nicht abstrakt, sondern ganz konkret vor unserer eigenen Haustür.
Öffentliche Flächen sind keine anonymen Räume der Stadt. Sie sind Teil unserer unmittelbaren Lebensumgebung. Sie gehören zu unserem Quartier, zu unserem Alltag und damit zu unserer gemeinsamen Verantwortung. Wer öffentliche Orte vermüllt, beeinträchtigt die Lebensqualität aller, insbesondere von Familien, älteren Menschen und Trauernden, die den Friedhof besuchen.
Hinzu kommt ein oft übersehener Aspekt. Die Mitarbeitenden der Entsorgungsunternehmen leisten täglich wichtige Arbeit für das Gemeinwohl. Wenn sie regelmäßig mit illegal entsorgtem Müll, überfüllten Containern oder respektlosem Verhalten konfrontiert werden, ist dies nicht nur organisatorisch problematisch, sondern auch eine Frage des gesellschaftlichen Umgangs miteinander.
Die stetig steigenden Gebühren und Abgaben im Bereich der Abfallentsorgung sind nicht zuletzt auch eine Folge solcher Verhaltensweisen. Zusätzliche Reinigungen, Sonderentsorgungen und Reparaturen verursachen Kosten, die am Ende von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Ob Hundekot auf Gehwegen, Vermüllung von Spielplätzen oder illegale Ablagerungen an Containerstandorten, all dies hat direkte finanzielle und soziale Auswirkungen auf unsere Stadtgemeinschaft.
Deshalb braucht es neben politischen und organisatorischen Lösungen auch eine ehrliche Selbstreflexion:
Wie gehen wir mit unserem Wohnumfeld um?
Welches Verhalten leben wir unseren Kindern vor?
Und welchen Beitrag leistet jede und jeder Einzelne zum Erhalt eines sauberen und lebenswerten Quartiers?
Ein funktionierendes Gemeinwesen basiert nicht allein auf Regeln und Kontrollen, sondern auf
Verantwortungsbewusstsein und gegenseitigem Respekt. Dazu gehört auch, Kinder und Jugendliche früh für den Wert gemeinschaftlicher Räume zu sensibilisieren und ihnen vorzuleben, dass Sauberkeit und Rücksichtnahme keine Aufgabe anderer sind.
Wir werden das Thema weiterhin engagiert und konstruktiv begleiten und setzen auf einen offenen Dialog mit Stadtverwaltung, Entsorgungsunternehmen und Bürgerschaft. Ziel ist eine dauerhafte Verbesserung der Situation, durch klare Maßnahmen und durch ein gestärktes gemeinsames Verantwortungsgefühl für unsere Stadt.
Denn am Ende gilt: Es ist nicht irgendeine Fläche. Es ist unsere Umgebung. Unser Quartier. Unser gemeinsamer Lebensraum.
Verfasser: Tobias Zimmer (FDP) zu einer gemeinsamen Anfrage mit den Fraktionen der CDU und BIBS im
Stadtbezirksrat 112 Wabe-Schunter-Beberbach